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Am 28. März 2003 fand in Schleswig, Schloß Gottorf, der Außerdienststellungs-Appel für das Pi-Batl. 620 statt. Die 3 Schützengilden der Stadt haben z.T. seit über 30 Jahren enge, kameradschaftliche Beziehungen.
Aus dieser Tatsache heraus fand der Appell unter Mitwirkung der Gilden statt, die erstmalig mit den Soldaten im Antrete-Karree einmarschiert waren. Es war ein schmerzlicher Abschied von vielen traditionellen Begegnungen auf beiden Seiten, aber auch eine ehrenvolle und feierliche Zeremonie.
Nach dem Appell, der auch mit dem letzten Gelöbnis in Schleswig verbunden war, fand ein Empfang in der Kaserne auf der Freiheit statt. Hier sprach der 1. Ältermann der Lollfußer Schützengilde einige Abschiedsworte für alle 3 Gilden, deren Wortlaut folgt: (P.H.)
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dahl, sehr geehrter Herr Oberst Wehn, sehr geehrter Herr OTL. Thoma, sehr geehrte Damen und Herren,
der Letzte macht das Licht aus!
so haben wir es von unseren Eltern gelernt und so hat nun das Pionierbataillon 620 den Schützengilden der Stadt Schleswig diesen Auftrag gegeben. Für dieses Vertrauen bedanken wir uns sehr, indessen, wir sind uns schon bewußt, daß dies eine Nummer zu groß für uns ist.
Es ist uns leider nicht möglich, - wie seinerzeit vor Jahrhunderten bei unserer Gründung als Schutz- und Brandgilden - jetzt wieder die Aufgaben von Feuerwehr, Polizei und Bürgerwehr zu übernehmen. Der Stadt wäre es vielleicht bei der heutigen Kassenlage sehr recht. Ich sehe, Herr Dahl nickt!!
Wir können es noch immer nicht verstehen, aber, wir müssen also heute, zumindest öffentlich und offiziell, von unserem Pionierbataillon Abschied nehmen. Dies fällt uns Gilden sehr schwer. Neben all den Nachteilen wirtschaftlicher und finanzieller Art, über die seit langem und natürlich auch heute viel gesprochen wurde, verlieren wir Schützengilden mit dem Abzug der Pioniere jahrzehntelang gewachsene Verbindungen und persönliche Freundschaften und erfahren eine Minderung unseres traditionellen Gildelebens.
So bleibt uns die Erinnerung. Die Lollfußer Schützengilde hat schon in den frühen 70er Jahren - also vor mehr als 30 Jahren - Verbindung zu den Pionieren aufgenommen. Wir brauchten damals Hilfe beim Aufbau unseres Holzzeltes mit den schweren Balkenteilen und die Soldaten suchten nach Möglichkeiten, sich mehr in das Leben in Schleswig einzubringen und zu integrieren.
Mit dieser reinen Arbeitsbegegnung fing es an und wurde von Jahr zu Jahr eine immer engere und intensivere Verbindung. Bis heute fanden dann jährlich zahlreiche Treffen in der Stadt und in der Kaserne statt, woraus sich Kameradschaft, Freundschaft und Mitgliedschaften in den Gilden und der Bundeswehr entwickelten.
Appelle, Gelöbnisse, Einsetzungen und Verabschiedungen, Biwaks, Essen und sicherheitspolitische Informationsveranstaltungen, Vergleichsschießen und Schützenfeste, immer waren die Pioniere und die Schützenbrüder aller 3 Gilden vertreten.
Während die Lollfußer Schützengilde seit 1970 immer mit dem ganzen Bataillon verbunden war, hat die Altstädter St. Knudsgilde seit 29 Jahren eine Patenschaft mit der 4. Kompanie und die Friedrichsberger Schützengilde vor Gottorp seit ca. 10 Jahren eine Patenschaft mit der 5. Kompanie.
Alle drei Gilden verlieren jetzt, wie gesagt, einen nicht zu ersetzenden Teil ihrer seit Jahrzehnten bestehenden Verbindungen und Traditionen. Darüber sind wir sehr traurig, aber wir werden uns mit Freude und Dankbarkeit an die vielen fröhlichen Zusammenkünfte mit unseren Pionieren erinnern und betrachten diese Zeit als Bereicherung unseres Gildelebens.
Im Namen der drei Schleswiger Gilden bedanke ich mich bei den Kommandeuren, den Offizieren und den Soldaten für das gute kameradschaftliche Miteinander, für viel unbürokratische technische Hilfe und wünsche Ihnen Allen für die Zukunft Soldatenglück und persönliches Wohlergehen.
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